Du hast kein Recht darauf zu verurteilen, auf welche Weise ich mich gerettet habe, nachdem du alles zerbrochen hast!
❤

10. August 2015

Was, wenn es zu Ende gegangen wäre? Zack - weg?

Ich kann nicht schlafen.
Die Wellen, die Angst, die Rufe..
Das Wasser, überall Wasser, kein Ende, kein Anfang,kein Leben,kein Tod..

"Komm weiter raus, da sind die Wellen nicht so stark", sagt sie noch zu mir.
"Neim,lieber nur so weit, wie man stehen kann", sage ich noch zu ihr.
Sie schwimmt weiter raus, ich kann sie doch nicht alleine lassen?

Berge von Wellen. Wasser im Geaicht.
"Zurück,sofort!"

Ich geh unter. Einmal. Zwei Mal. Die Wellen so stark, wie Beton. Eine wahnsinnige Kraft drückt mich zu Boden, spült mich nach vorne und zieht mich sogleich wieder zurück.

Ich geh unter. Drei Mal. Vier Mal.
Jedes Mal vor einer Welle darauf bedacht, die Augen zu schließen, genug Luft zu holen.

Zwei Arme packen mich. Meine Mutter und der Sicherheitsmann. Schleudert uns nach vorne.
Ich sehe nichts. Kann kaum stehen, falle, meine Knie brennen, meine Ohren sind taub, mein Bikini beinahe vollkommen von mir gerissen.
Was für ein Witz muss das gewesen sein für alle die, die da standen und glotzten.

Wir beide, benebelt zurück zur Liege.

Ich lege mich hin, ich zittere, ich atme schwer.. Raffe mich auf, spucke Salzwasser ausm lege mich hin. Nach einer Weile gehen wir zur Dusche. Sand überall, Schockzustand. Ich halte mein Gesicht unter den Wasserstrahl und bekomme Panik. Keine Luft.

Wieder am Platz angekommen beobachte ich die Menschen. Mache mir Sorgen, achte auf die Kinder, finde keine Ruhe.

Drei Stunden später bin ich fast taub, es schmerzt, ich kriege die Tränen nicht unter Kontrolle.

Arzt, schnell zum Arzt.
Ohrenentzündung, böse. Antibiotika und Tropfen - 5 Tage.

Es tut nicht mehr weh, mal sehen wie es weiter geht.
Ich will nicht mehr zum Strand, ich will nicht ins Wasser, ich will nicht noch einmal untergehen.

Es dreht sich alles in meinem Kopf, die Gedanken, die Gefühle, das Verschwinden im Wasser.

Die Tiefe holt dich ein, der Meeresraum lässt dich nie wieder los, sobald er dich hat. Er umkreist dich, er zieht dich immer weiter in sein Reich.

Ich weiß nicht, ob und wann ich einschlafen kann. Ich musste es los werden, sonst würde mich all das in einer Attacke enden lassen.
Ich will mich nur an den Pool legen, mein Buch lesen und Ruhe haben.
Aber ich kann sie doch nicht allein ans Meer schicken? Sie lernt ja nicht. Sie versucht es immer wieder. Sie nimmt das Meer persönlich, anstatt den Respekt aufzuweisen, den Wasser einfach verdient.
Ich freue mich auf zu Hause, der beste Urlaub ist und bleibt in meinem Bett.

"Wenn was ist, die Dokumente für den Rückflug liegen im Schrank", sagt sie lecht belustig vom Stress zu meiner Schwester.
"Hast du sie noch alle?!", ist das Einzige, was mir rausrutscht bei dem Gedanken, für immer dort gefangen zu bleiben.

7. August 2015

Heute war der letzte verdammte Tag in diesem Saftladen! 

Ich bin noch zu müde,  um es vollkommen zu realisieren und um mich anständig zu freuen..

Aber:
Ich bin frei! 

Fühlt sich echt beinahe so an, als wäre ich raus aus dem Knast..

Morgen fahre ich endlich in den Urlaub, noch nie habe ich mich darüber so sehr gefreut.
Es ist endlich vorbei, endlich endlich Vergangenheit, nie nie wieder muss ich diese Menschen sehen, mit ihnen reden, dieses Grinsen, diese Worte ertragen.

Auf nimmer Wiedersehen, danke für diese ekelhafte Erfahrung ; wünsche nur das Beste ;-)

1. August 2015

10 Jahre Internetfreundschaft - Liebes, ich komme!

In genau 21 Tagen bin ich tatsächlich in xXx und besuche (M).

Mal abgesehen davon, wie verrückt und tragisch und witzig und nicht in Worte zu fassen unsere Beziehung, unsere Bindung zu einander ist, ist es umso verrückter, unvorstellbarer, dass ich tatsächlich endlich endlich zu ihr fahre.
Ich habe mir überlegt, wie ich aus dem Zug steige...

Ein Krönchen, ein Zauberstab. Und für sie, wenn sie vor mir steht.. Ein Krönchen mit rosanen Federchen und ebenfalls einen Zauberstab. Außerdem puste ich sie mit Glitzer an.
Vielleicht wird sie mich dafür hassen.
Und da wir dann eine Stunde brauchen, um vom Bahnhof zu ihr zu kommen..
Puste ich vielleicht zwischendurch noch mehr Glitzer auf sie.

Am Tag meiner Abreise werden wir uns dann auch endlich das Tattoo zusammen stechen lassen.
Wir haben das Motiv und den Spruch endlich komplett..
Ich bin gespannt, wie es wird.

So langsam werde ich wirklich unruhig.
Ich bin froh, dass ich mich in xXx zum Affen machen kann.
Kenn da ja niemanden.. =)

Vertrag ist unterschrieben!



28. Juli 2015

Inneres Tabu - Dreck

Ich habe mir gerade ein ziemlich bescheuertes Lied angehört.
Und im Grunde ist es sicherlich witzig, aber in mir hat es Erinnerungen und Gefühle geweckt,
die ich gar nicht witzig finde.

Vielleicht bin ich so weit, diese Geschehenisse in Worte umzuwandeln.

Ich habe Angst vor dieser bestimmten Nähe.
Die, die zwangsläufig irgendwann entsteht, wenn man in einer Beziehung lebt.

(A) hat mir immer unterstellt und tut es noch, dass ich so alleine doch gar nicht sein kann.
Also, dass es nicht möglich ist, dass ich mich in dem Sinne.. nicht betätige.
Immer, wenn wir getrennt waren und dann wieder zusammen kamen, konnte ich guten Gewissens sagen, dass ich niemand anderen in der Zwischenzeit hatte.
Er glaubte mir nicht.
Denn er hatte immer mindestens 3 in der Zwischenzeit.. egal.

Ich habe mir oft überlegt, wieso das so ist.
Ich brauche es nicht, ich will es gar nicht.
Ich vermisse auch nichts und es reicht mir durchaus, dass er mein Zweiter war.
Ja, ernsthaft!

Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, irgendwann jemand neues in mein Leben zu lassen,
bekomme ich Angst.
Bei (A) und mir war es letztendlich so..
Ich habe viel mitgemacht, unter anderem Dinge, die ich mir geschworen habe, niemals zu tun.
Ich habe mich oft genug beschissen gefühlt, ausgenutzt, dreckig.
Ich habe oft genug währenddessen überlegt, wieso ich das tue.
Ich wollte gut zu ihm sein. Und schlecht zu mir.
Sehr, sehr oft habe ich ihn letztendlich dazu benutzt, mir weh zu tun.
Und er machte mit.
Für mich war es eine Art Selbstzerstörung.
Man kann sich vorstellen, wie es mir danach meistens ging.
Und wie oft ich im Bad im nachhinein geheult hab.
Es war ja auch nicht so, als hätte ich nie etwas gesagt.
Es war so, dass ich überhört wurde.
Und es dann mit mir habe machen lassen.
Auch wenn nicht jedes einzelne Mal, gab es doch oft genug solche Momente.
Und irgendwann lernt man eben..
Das man es eventuell gar nicht anders verdient hat.
Oder es so sein muss, es normal ist, was da passiert.
Und ab da habe ich - vielleicht nur, um mir selbst einreden zu können, ich hätte die Kontrolle darüber, wann mir weh getan wird - ihn genau für diese Selbstzerstörung benutzt.

Ich weiß, dass es heutzutage normal ist, dass man Affären hat.
Oder zumindest mehr als 2 Sexualpartner in meinem Alter.
Aber ich will nicht, wieso ist das so schwer nachzuvollziehen?

Bevor das alles losging, habe ich mir diese Dinge besonders vorgestellt.
Es hatte Sinn und Gefühl.
Und dann bin ich aus einer Selbstzerstörungsmethode in die andere gerutscht und habe mir ihn angesucht, um es so wenig sichtbar wie möglich anzustellen.

Ich habe Angst, es so hinzustellen, dass er daran Schuld trägt.
Letztendlich habe ich es mir ausgesucht.
Aber ich weiß auch, dass ich oft überredet wurde.
Und das hätte nicht sein dürfen.

Wenn ich mir also vorstelle, jemals wieder eine Beziehung zu führen..
Habe ich Angst vor Fragen.
Habe ich Angst vor "Ausrutschern".
Habe ich Angst vor der "Schnelligkeit" oder "Tiefe".
Habe ich Angst vor Positionen und Gedanken.
Habe ich Angst vor Schmerzen und meinem Ich, welches es wieder zulassen und die Schmerzen ertragen würde.
Habe ich Angst vor Worten, vor dem nichtgutgenugsein und dem Gefühl,
nicht die Richtige zu sein, nicht zu passen.

Und ich habe Angst davor, wieder in alte Muster zu verfallen.

Ich opferte mich für so sinnlose, beschämende Dinge auf, nur um auszureichen.
Das will ich nie wieder tun.
Mein Leben lief immer bergab, egal, an welchem Punkt ich in dem Moment stand.
Und das wirklich jedes verdammte Mal, sobald ich wieder mit ihm zusammen kam.
Ich frage mich, ob das immer so sein wird..

Mal sehen, ob und wie lange ich es hier so stehen lassen kann.