Du hast kein Recht darauf zu verurteilen, auf welche Weise ich mich gerettet habe, nachdem du alles zerbrochen hast!
❤

30. September 2016

Traum(?)

Ich hatte Nachtbereitschaft von gestern auf heute und normalerweise schlafe ich auch nicht so fest auf der Arbeit, dass ich irgendetwas träumen könnte.
Aber dieses Mal..

Ich sehe ein Mädchen. Ich kenne sie nicht, aber sie ist hübsch, sie sieht traurig aus, hat dunkle, glatte Haare bis zu den Schultern. Der Raum sieht irgendwie aus, wie das Bad im Heim, in dem ich arbeite.
Und gleichzeitig sieht es aus, als wäre es die Toilette in einem heruntergekommenen Bahnhof. Mit gedämmtem, gelbem Licht und dreckigen Fliesen an den Wänden.

Ich sehe sie, wie sie zu aller Erst mit einem Mann spricht, der aussieht, wie unser Einrichtungsleiter.
Was dieser sagt, bekomme ich akkustisch kaum mit. Als er verschwindet, folgendes:

Das Mädchen steht vor dem Spiegel. Ich kann sie aus ihrer eigenen Perspektive im Spiegel sehen. Sehe mich also so gesehen selbst im Spiegel an, fühle ihre Gedanken und Gefühle und bin doch nicht sie. Und ich erschrecke und versuche nicht hin zu sehen und tue es doch wie sie..

Sich vor dem Spiegel auszieht, während ihr Tränen über die Wangen laufen. Sie dreht sich hin und her und ich höre, wie sie sich so sehr danach sehnt, jemand anderes zu sein. Nicht sie selbst. Wie schlimm, wie abartig, wie hässlich sie sich findet und fühlt. Sie dreht sich seitlich zum Spiegel, nimmt ein scharfes Messer und schneidet unterhalb der Schulter schräg in ihren Arm. Ich komme mir vor, wie in einem Film. Ich erahne, was sie tun will. Weil ich es mir denke oder weil ich weiß, was sie denkt? Ich weiß es nicht.
Sie verzieht keine Miene. Legt das Messer weg. Starrt in den Spiegel und packt mit ihrer Hand in den Schnitt ihres Armes. Reisst in einem Ruck daran und der Arm ist ab. Man sieht den Knochen noch heraus stehen. In ihrem Gesicht erscheint ein leichtes Lächeln, während sie den abgetrennten Arm beiseite legt. Dann dreht sie sich in alle Richtungen, bekundet sich im Spiegel. Ich fühle, wie sie sich besser fühlt. 
Sie nimmt eine Scheere, hält sie auf eine unmögliche Art und Weise mit ihrem Knochen fest und versucht sich die Haare zu schneiden. Kreuz und quer. In diesem Augenblick verwandelt sich ihr Kopf wie in Zeitlupe langsam in einen Puppenkopf. Einen Puppenkopf aus Porzellan. 
Plötzlich verheddert sich die Scheere. Mit ihrem Armknochen scheint sie die Scheere nicht mehr richtig steuern zu können, sodass ihr Kopf auf einmal anfängt zu wackeln. Gefährlich zu wackeln und ich bekomme Angst. Angst dass... er fällt. Und er fällt, er zerschmettert vor ihren Füßen auf dem Boden und ich sehe nur noch die Splitter und kann nicht begreifen. 

Der Einrichtungsleiter kommt zurück. Er erschrickt, nimmt sie aber sofort in den Arm und tröstet sie. Ich sehe nicht, in wie weit sie okay ist. Es ist, als stünde ich klitzeklein zwischen den beiden, während sie sich im Arm liegen. Ich fühle, dass sie weint. Es schmerzt und ich verstehe nichts.

05.15 Uhr - mein Wecker klingelt und ich springe auf. Mir ist sofort klar, dass in meinem Kopf gerade eindeutig etwas schief gelaufen ist.

Und ich bekomme einfach dieses Bild nicht aus dem Kopf, wie sie da steht, sich/mich/was auch immer im Spiegel ansieht und ihren Arm abschneidet/abreisst und dabei so etwas wie Erleichterung spürt.

24. September 2016

Gib mir zurück, was du genommen hast.

21. September 2016

(R) die Zweite

Ich habe ihn am Samstag angeschrieben. Und ich hatte zwar sowas wie ein "Date", wollte aber mit (R) sprechen, zumindest solange ich mich fertig machte. Seine Schreibweise war ziemlich unstrukturiert. Als ich auf den Balkon ging und mir eine Zigarette anzündete, sah ich raus um die Ecke. In dem Moment lief (R) Schlangenlinienlaufend über die Straße und auf die Haustüre zu. Er sah aufs Handy und stolperte leicht, fing sich aber. Bis er die Treppe nach oben geschafft hatte, vergingen gefühlt 5 Stunden. Er grinste, er schaukelte im Stehen.

Dann ging alles schnell.

Ich weiß nicht, was du hören willst. - Das du scheiße bist, vielleicht? Und überhaupt, wenn du so dicht bist, wieso kommst du dann? Wir hätten einen anderen Tag wählen können. - Ich bin aufnahmefähig, wenn du das meinst. - Sicher? Na dann los. Sprich. - Ist halt scheiße gelaufen. - Ach ja?

Etwa 45 minuten ging das so. Währenddessen habe ich mich umgezogen, mich geschminkt und bereits die Schminke nachgezogen. Habe meine Haare durchgekämmt und mein Glätteisen an der Steckdose angeschlossen.

Du weißt, wie ich bin. - Ja, aber darfst du deswegen immer und immer wieder Scheiße bauen? - Ich habe Scheiße gebaut. Aber momentan läuft es einfach nicht. Ich würde gekündigt, ich weiß nicht warum, aber... nuscheln. Dann hatte ich eine Entzündung am Zahn und mit (S) habe ich mich auch gestritten. Ganz ehrlich? Ich wollte mich absichtlich von dir distanzieren. Es ging einfach nicht. Es ist mir nicht egal, was mit uns ist. Und es tut wirklich weh. Aber ich kann momentan nicht. - Ich kann das nicht jedes Jahr erneut durchmachen, (R). Jedes Jahr nimmst du dir eine Auszeit von mir. Das macht keinen Sinn. Ich kann nicht jedes Mal verstehen und nachempfinden, was bei dir passiert. So funktioniert das nicht. Ich habe dich gebraucht und du benimmst dich, wie ein Arsch. Ich verstehe, ich verstehe wirklich. Ich kenne dich, ja. Und genau deswegen dachte ich, wir haben den Kindergarten hinter uns. - Wenn du mir schreiben würdest, es geht dir scheiße, dann wäre ich doch da! Ich würde sofort kommen, wenn du dich so bei mir melden würdest... - Nein. Die anderen sowieso nicht. Bei dir hatte ich noch die Hoffnung. Aber wir haben ja gesehen, dass dies nicht der Fall ist. Ich dachte einfach.. Das zwischen uns ist irgendwas.. Irgendwas freundschaftlich wertvolles.. Ich habe mich geirrt. - Okay.. holt tief Luft. Ich brauche Zeit. Momentan muss ich mich abkapseln. Jedes Mal, wenn ich bei dir bin, kann ich mich nicht belügen. Und die Realität brauche ich zur Zeit nicht. Ich muss ehrlich zu mir selbst sein, wenn wir etwas unternehmen. Und du sagst deine Meinung, das ist gut. Du bist ehrlich zu mir und am Ende sitze ich da und denke mich FUCK, und da ist wieder die Realtität und es geht nicht.. Was ich sagen will ist, es tut mir Leid. Aber jetzt brauche ich Abstand. 

Zwischen nicht begreifen, einfacher fassungslosigkeit, hübsch geschminkt für eine sinnlose Verabredung, zu der ich in einer halben Stunde muss und tausend Gedanken in meinem Kopf sitze ich da. Die Tränen, sie wollen kommen, aber ich unterbinde es. Dann.. wars das. (R), ich kann nicht jedes Mal Rücksicht darauf nehmen. Jedes Mal Verständnis zeigen, ich kann und will nicht, dass sowas nochmal passiert. Wenn es dir Scheiße geht und es mir Scheiße geht und du mich wegschiebst, weil du mich nicht erträgst, ich mich aber auf dich verlasse, wem bringt das was? Dann hat sich das erledigt. Das mit uns. Ich will mich nicht auf dich verlassen, wenn es dich nicht gibt. Und ich will mit dieser Lüge nicht leben.

Ich rauche eine Zigarette.. Er spricht von irgendetwas, das so klingt wie, es täte ihm Leid. Das die Freundschaft mit mir ihm wirklich was bedeutet und das Schlimme ist, ich weiß es. Ich glaube ihm. Aber nach der Zigarette gehe ich ins Bad. Versuche, meine Haare zu glätten und an etwas anderes zu denken. (R) zieht seine Schuhe an und kommt ins Bad. Erst breitet er seine Arme aus, aber ich reagiere nicht und starre in den Spiegel. Also kommt er näher, umarmt mich von hinten und ich sehe im Spiegel, wie er seine Augen schließt. Ich versuche inständig, mich zu beherrschen. Verdammt, würde ich durchdrehen und alles kurz und klein schlagen, müsste ich nicht gleich los. 

Ich hab dich wirklich lieb, ja?. Denk daran. - Mhm...

Er lässt von mir ab und ich höre nur noch die Türe ins Schloss fallen. Das wars. Das wars. Das wars.

Ich habe an dem Abend nicht geweint. Kein bisschen. Bis heute nicht. Es ist nicht mal schmerzhaft, es ist wie... leergesaugt.

Der letzte Mensch. Der mir geblieben war. Selbst, wenn er sich irgendwann wieder einkriegt, werde ich nie wieder so weit gehen können, wie ich es die letzten Jahre seit 2008 getan habe. Mir selbst nie wieder erlauben, ihn in meine Welt zu lassen. Das Band ist zerstört. Zerstört.
 

15. September 2016

(R)

Ich weiß, wie du bist. Ich kenn dich besser, als du es dir eingestehen willst.
Und du weißt es. Du weißt auch, dass du ebenfalls mehr weißt, als mir lieb ist.

Ich will nicht mehr verstehen.
Ich habe keine Lust mehr für alles und jeden Verständnis aufzubringen.

Wie oft und wie viele Menschen sollen mir die gleiche Scheiße immer und wieder an tun?
Hast du einfach mal von jetzt auf gleich verdrängt, wie ich bin?

Du hast deinen Arsch wegen Drogen und Alkohol nicht hochbekommen, als es mir so dermaßen beschissen ging. Du hast mitten im Gespräch abgebrochen und nicht mehr geantwortet, weil du eingepennt bist. Na? Kommt dir das eventuell bekannt vor? Kennst du meinen Ex noch? Hm?

Es pisst mich an. Und ich hab nach all den Jahren keine Lust mehr, es so hinzunehmen.
Du hast einen verdammten fucking Monat bei mir gewohnt, weil ich dich nicht auf der Straße lassen wollte. Weil ICH damit nicht klar gekommen wäre.
Und du bist so dermaßen egoistisch in dem Moment, in dem ich dich DIREKT darum bitte, einfach nur da zu sein? Wie abgefuckt ist das?!

NIE, einfach NIE und NIMMER bitte ich jemanden um Hilfe. Weder bei meinen abfucktagen noch, wenn es um meine Wohnung oder sonstiges geht. Und das weißt du. Besser, als jeder andere.
Und dann lässt du mich allein.

Und nach ein paar Wochen kommt ein Gruß über (M), während er bei mir sitzt?!
Und du fragst, ob du es hättest unkommentiert stehen lassen sollen?

Du meinst, so, wie du mir bei dem Vorfall eindeutiges Desintresse bekundet hast?
Du meinst, als du auf mein verzweifeltes "Hört er jemals auf mir zu schreiben?" erst mittags und dann auch noch mit "Guten morgen" antwortest?

Mehr kam nicht. Und ich sehe langsam, dass da nie jemals mehr kam. Es war nie da.
Was auch immer wir hatten oder haben, es war nie da.
Ich war da.

Du nicht.


Und es tut so widerlich weh. DU tust weh. Und ich habe keinen Bock mehr,
mich darauf noch einmal einzulassen.

Letzter "Freund", der mir konstant geblieben ist... adé.

Jetzt bin ich wirklich alleine. Witzig. Dabei wollte ich alles auf die Reihe kriegen.