Drei Sachen. Gedanken schweifen aus, als ich in der Bahn sitze.
Es ist nicht schön, sich die
Wahrheit eingestehen zu müssen.
Er
Er will mich nicht mehr. Und ich will ihn nicht mehr. Und das soll auch so sein.
Was mir bei all dem Angst macht: Vielleicht bin ich tatsächlich an mehr Schuld, als ich je zugeben wollte. Was, wenn.. Ich wirklich zuviel wollte, zuviel verlangt habe. Zuviel selbstverständlich war.
Was, wenn nicht nur er mich, sondern auch ich ihn zerstört habe..
Vielleicht war
ich einfach zuviel.
Es war immer klar, dass er der Dreckskerl war, der mich mit einem Trauma hat liegen lassen.
Dass er derjenige war, der mir mein Leben genommen hat, immer wieder aufs Neue.
Die Tatsache, dass ich möglicherweise einfach nicht.. Nicht
zu ertragen bin, kam mir zwar in den Sinn, aber es war immer einfacher zu sehen, was er
mir angetan hat.
Aber was, wenn ich
ihm auch.. Etwas angetan habe. Was, wenn ich mit meinem
sein einfach.. Menschen und vor allem ihn dazu getrieben habe, so zu mir zu sein, weil man mit mir anders einfach nicht kann? Ich rede nicht davon, dass ich es verdient habe.. Sondern davon, dass man
wegen mir selbst gar nicht anders zu mir sein
kann..
T und die Liebe
Zum ersten Mal sah ich dich so (T). Vorher war mir nie aufgefallen, wie du eigentlich bist.
Klar, wir haben gestern zum ersten Mal eine Unterhaltung nach der anderen geführt.
Und ja, du hast mich fasziniert. Aber wieso - das weiß ich nicht. Ich habe irgendwann immer mehr und mehr in deiner Nähe sein wollen, einfach so. Und ich habe die Unterhaltung in deinem Zimmer extra ausgezögert, ich war wirklich interessiert an dem, was du mir über deine Sammlungen erzählt hast. Und ich wollte dich beeindrucken - wie traurig.. Irgendwie.
Als wir den Film angefangen haben und ich neben dir in deinem Bett gelegen habe und du anfingst, mich zu kitzeln.. War klar, dass hier irgendetwas passiert. Schon vorher - als dein Nachbar gegen 2 Uhr morgens auftauchte und sich mit dir unterhielt und ich daneben stand.. Musste ich mir erschrocken eingestehen, dass ich dich für mich allein haben wollte.
Wie lächerlich - ich wusste.. nein ich
weiß nichts über dich. Vom kennen ganz zu schweigen..
Und doch.. wollte ich, dass er geht. Wollte bei dir sein, dir zuhören, einfach.. da sein.
Solche Momente gab es viele, in diesen wenigen Nacht- und Morgenstunden.
Und während wir so rumgeblödelt haben, habe ich immer wieder krankhaft inne gehalten.
Was tue ich hier? Er will etwas von dir.. In wie weit ist das Ernst?
Ich habe dir Fragen gestellt, die wahrscheinlich.. dämlich waren.
Aber von mir ist nicht viel zu erwarten, wenn ich.. Mich hingezogen fühle.
Nicht viel, außer Angst.
Zwischen uns wird nichts laufen. Aus uns wird nichts. Weil es nicht passt, und doch..
Denke ich seit dem ich ins Auto gestiegen habe daran, wie du mich am Rücken streichelst und ich mir tausend Sachen vorstelle.. Aber nichts tue. Nur da liege und hoffe - flehe, dass es nie zu Ende geht.
Wie armselig kam ich mir vor, als ich.. nicht einschlafen konnte, nicht wollte.. Dabei war bereits 6 Uhr morgens und bald musste ich wieder los. Und als ich (P)s Schritte auf dem Flur hörte und davon wach wurde.. Wusste ich, es ist vorbei. Noch die eine Zigarette draußen auf der Terrasse, im grauen, trüben Licht.. Das Feuerzeug, das ich dir gab und es wieder aus deiner Hand nahm und es nicht verhindern konnte, an deinen Fingern entlang zu streichen - unauffällig. (P) hat wahrscheinlich nichts geahnt und ich weiß nicht, ob er irgendetwas davon mitbekommt.. Solange ich nicht angesprochen werde, ist es okay. Und dieser Moment, in dem (P) meinte, ob wir los sollen.. Und ich mich zwang schnell darauf mit einem
Ja, wenn du bereit bist..? zu antworten, obwohl ich schreien wollte..
Hinaus in die Welt, so laut ich kann, dass es zu schnell geht.. Das ich zurück in dieses Zimmer will, zurück in deine Arme und einfach nur da liegen, aufgefangen werden.. Dieser Moment tat weh.
Dich zum Abschied zu umarmen, dich anzusehen und zu wissen - zu fühlen, dass wir es so simpel wie möglich gestalten, damit es nicht seltsam wirkt.. Und dann die Treppe herunter zu steigen, mich unauffällig umdrehen, während ich die Tür hinter mir schließe und einen Blick nach oben werfe, nur in der Hoffnung, einen Blick von dir aufzufangen, dich noch einmal anzusehen und alles in diesen Moment zu legen, was möglich ist..
Es ist vielleicht dramatisch, aber so sieht es in mir aus. Und auch wenn ich weder von Liebe noch von Beziehungsgedanken reden kann, kein sexuelles Interesse von meiner Seite besteht und auch sonst.. Ich mir absolut nichts in diese Richtung vorstellen kann..
Habe ich mich trotzdem irgendwie geborgen gefühlt. Was würde ich dafür tun, heute abend einfach neben dir zu liegen, nicht zu sprechen, an nichts zu denken.. Egal, ob du davon ausgingst, dass wir miteinander schlafen oder sonst was passiert..
Ich bin einfach abgrundtief gestört. Empfinde und kann nicht zuordnen. Und wenn doch, dann total unverständlich. Schreibe beinahe eine Liebeserklärung, obwohl es damit nichts zutun hat..
Und muss mir nun zum ersten Mal wirklich eingestehen..
Ich
...
bin
...
einsam.
Und das will ich nicht sehen und ich will es da nicht stehen haben, aber ich werde jetzt nichts löschen. Es bleibt, weil es so ist. Weil ich nicht mehr brauche, als eine Person, die da ist. Nichts verlangt, sich zu nichts verpflichtet und sich nicht in mich verliebt, während ich ekelhaft kalt zu ihr bin, weil ich es anders nicht mehr kann.
Ich könnte heulen bei der Erkenntnis, dass ich allein in der Küche sitze, während meine Lichterkette an der Wand warmes, dumpfes Licht in den Raum strahlt.. Und ich diesen Text hier tippe in dem Wissen, dass sich dadurch auch nichts ändert..
Freunde
Es kann nicht sein, dass alle gegen mich sind. Das ist unmöglich. So ist es einfach!
Und deshalb.. Mache ich etwas falsch. Ich bin eventuell schwer auszuhalten oder.. schwer gern zu haben. Oder..
Was mein genaues Problem ist, weiß ich nicht. Aber Fakt ist, dass sich letztendlich jedes auf irgendeine Weise abwendet. Auch wenn es nur darum geht, sich ein halbes Jahr und länger nicht zu melden. Ich war so oft traurig, dass man nicht an mich dachte, als man eine Gruppe organisierte. Oder dort feiern war oder dort gammeln war oder oder.. Und wenn ich mitgenommen wurde, dann eher aus dem Affekt heraus. Mich anschreiben und etwas ausmachen ist Fehlanzeige.
Ich habe immer deprimiert da gesessen und mich gefragt, was das für "Freunde" sind. Und dann habe ich mir immer wieder gedacht - egal. Ich nehme das zu persönlich, wahrscheinlich haben sie es nur vergessen. Oder es ging nicht. Und außerdem muss ich nicht überall dabei sein.
Aber irgendwann war ich nirgends mehr dabei. Und selbst das gestern.. Und heute.. Selbst (P) war es wohl zuviel mit mir. Obwohl ich eigentlich.. nichts getan habe. Aber ich bin nicht cool wie (F) oder einfallsreich wie (L) oderoder.. keine Freundin, die man ewig kennt.. Keine, mit der man groß was anfangen kann. Eher.. als Mitbringsel.. Oder.. Ersatz.
Wir sehen uns.. Freitag dann oder? - Ja.. äh.. wir schreiben nochmal.
Freitag stand eigentlich fest, seit nun fast einer Woche.. Aber zwei Tage hintereinander etwas mit mir zutun zu haben scheinen selbst ihn zu überfordern.
Aber wisst ihr.. Ich würde es mit mir auch nicht lange aushalten. Nicht, seit ich (A) damals in die Arme gefallen bin und liegen blieb und das aus mir wurde, was ich heute bin..