Du hast kein Recht darauf zu verurteilen, auf welche Weise ich mich gerettet habe, nachdem du alles zerbrochen hast!

25. März 2016

Arsch mit Hütchen

Ich habe noch bis einschließlich Montag frei, mir ist nach extrem gammeln und Bier.

Meine Mutter ist mit meiner Schwester bei meiner Oma in Russland über die Ferien und bis auf die Tatsache, dass ich täglich zu deren Katze fahren muss, damit die nicht vollkommen alleine und hungrig sein muss, steht es momentan ganz gut.

Heute wird (R) wohl zum ersten Mal bei mir im Auto mitfahren. Er hat Geburtstag und wollte Burger essen gehn. Und da er sich sonst einschließt, betrinkt und in Selbstmitleid zerfleischt, dachte ich mir, ich schlepp ihn irgendwohin. Er ist jetzt glaube ich die dritte Person, außer meiner Mutter und Schwester, die ich irgendwohin mitnehme. Ich hab da irgendwie eine komische Hemmschwelle, Menschen im Auto zu haben. Ein komisches Gefühl irgendwie, aber naja.. Irgendwie muss man sich ja auch daran gewöhnen.

In diesem Sinne..

Regenbogen

Katzenöhrchen

Blutwurst

Tomaten und

Apfeltasche!

:3

19. März 2016

Leichter Wutausbruch.. musste raus

DU BLOCKST MICH WIEDER AB?
IST DAS DEIN VERFICKTER VERDAMMTER SCHEIß ERNST?

ER MACHT ALLES MIT DIR
SO, WIE DEIN VERDAMMTER EX MANN
UND WAS TUST DU?
DU BIST WIEDER ZU BLÖD UM DARAUS ZU LERNEN?

UND ERZÄHLST MIR NATÜRLICH NICHT,DASS SICH DA WIEDER ETWAS ANBAHNT?

HAST DU MAL DARÜBER NACHGEDACHT, WIESO DU DICH ALS VERDAMMTE MUTTER NICHT TRAUST,DEINER TOCHTER ZU ERZÄHLEN,DASS ER SICH WIEDER GEMELDET UND DU WIEDER SCHWACH GEWORDEN BIST?

WIE TRAURIG BIST DU EIGENTLICH?

UND JETZT GEHT DAS WIEDER VON VORNE LOS?
ER IST WIEDER DA UND BEI MIR BRAUCHT MAN SICH NICHT MEHR MELDEN?
UND DANN WIRST DU DICH,WENN ER DICH ERNEUT ZERSTÖRT ZURÜCK LÄSST WIEDER BEI MIR MELDEN UND MIR ZUHEULEN UND AM ENDE SAGEN,DASS DU SCHON WIEDER MIT DIESEM THEMA ANFÄNGST UND MICH DAMIT BELASTEST UND TROTZDEM IMMER UND IMMER UND IMMER WIEDER DEN SELBEN FEHLER MACHEN?

WEIßT DU WAS,ICH BIN SO VERDAMMT FROH,DASS ICH FRÜHER DIE KURVE GEKRIEGT HABE.

DU SCHAFFST ES NICHT EINMAL,DIE SPARKASSE ZU INFORMIEREN DARÜBER,DASS DU DEN AUFTRAG DOCH NICHT WILLST
BITTEST MICH,DAS FÜR DICH ZU ERLEDIGEN
WEIL DU ZU FEIGE BIST,WEIL DU DICH NICHT DAZU IM STANDE FÜHLST DINGE ZU ERLEDIGEN, DICH NICHT TRAUST EINEM ANDEREN ERWACHSENEN GEGENÜBER EINZUGESTEHEN,DASS DU DICH FALSCH ENTSCHIEDEN HAST
ALSO MELDE ICH MICH BEI IHR,SAGE,DASS ES DIR DAMIT NICHT GUT
ABER WESSEN AUFGABE IST ALL DAS?

WAS BIST DU EIGENTLICH FÜR EIN ELTERNTEIL?
NICHTS HABE ICH JEMALS VON DIR ERKLÄRT BEKOMMEN,
WEIßT DU WIE PEINLICH ES WAR IM BERUFSPRAKTIKUM ZU ERFAHREN,DASS ICH EINE VERDAMMTE LOHNSTEUER BEANTRAGEN MUSS? 
DASS ICH EIN FÜHRUNGSZEUGNIS BRAUCHE UND WAS DAS ÜBERHAUPT IST?

WIE MAN STROM UND INTERNET ANMELDET UND SONSTIGES ERWACHSENENZEUGS,
WIE TRAURIG IST ES DA IM BEKANNTENKREIS FRAGEN ZU MÜSSEN,WEIL DIE EIGENE MUTTER ABSOLUT KEINE HILFE IST?

WIE ICH DAS MIT DER RENTENVERSUCHERUNG LÖSE,WIE ICH BEI SO VIELEN VERDAMMTEN DINGEN VORGEHEN SOLL/MUSS, DIE JEDER VERDAMMTE ERWACHSENE ELTERNTEIL SEINEN KINDERN ERKLÄREN,ZEIGEN KANN
UND DARAUF HINWEISEN KANN,WAS EIGENTLICH NOCH FEHLT?
WAS GENAU EINE FUCKING STEUERERKLÄRUNG IST FRAGE ICH ALLEN ERNSTES BEI EINER ARBEITSKOLLEGIN,WEIL DU IN DEINEM LEBEN NOCH NIE IRGENDWELCHEN PAPIERKRAM MACHEN MUSSTEST

UND DU HEULST UND BESCHWEHRST DICH,DASS DU KEINEN ORDNETLICHEN JOB HAST UND NIE HABEN WIRST,WEIL DU ES NICHT AUF DIE REIHE BEKOMMEN HAST, MIT DEINEN MITTLERWEILE 50 JAHREN, DICH GEGEN DEINEN DAMALIGEN SCHULDIREKTOR DURCHZUSETZEN UM DEINE ZEUGNISSE ZU BEKOMMEN

DU HAST OHNE ALL DIESE NACHWEISE,FÜR DIE DU ZU FAUL,ZU SEHR KIND WARST UND BIST KEINEN ABSCHLUSS
UND WER IST SCHULD?

WER VERDAMMT NOCHMAL AUßER DIR KANN WAS DAFÜR,
DASS DU DICH VON EINEM ALKI HAST SCHLAGEN LASSEN WÄHREND DER SCHWANGERSCHAFT,DAVOR UND DANACH?
DAFÜR,DASS DU DICH NICHT DARUM GEKÜMMERT HAST DEINEN FÜHRERSCHEIN ANERKENNEN ZU LASSEN, OHNE NACHWEISLICHEN ABSCHLUSS DA STEHST, VERSICHERUNGEN AUFSCHWATZEN LÄSST UND MIR UND DER SPARKASSENFRAU INS GESICHT SAGEN KANNST,DU HATTEST ABSOLUT KEINE AHNUNG,ABER DER TYP HAT GESAGT,DAS MUSS SO SEIN?

ICH KÖNNTE KOTZEN,JEDES VERDAMMTE MAL IM KREIS KOTZEN,WENN EIN 50 JÄHRIGES KLEINKIND VOR MIR SITZT UND MICH DARUM BITTET, DINGE MIT DEM AMT ZU KLÄREN,FÜR DIE ICH VERFICKTE SCHEIßE NICHT ZUSTÄNDIG BIN!

UND ERST, WENN DAMALS DAS AMT ZU MIR SAGTE,DASS SIE NUR DIE BEFUGNIS HABEN,ES DIR MITZUTEILEN UND ICH MINDERJÄHRIG WAR UND SOMIT KEIN RECHT HATTE SOLCHE DINGE AM TELEFON ZU KLÄREN,MUSSTEST DU ES TUN.
WIESO NICHT GLEICH?
WIESO HAST DU ES DIR DEIN LEBEN LANG SO BEQUEM GEMACHT UND WIESO ZUM TEUFEL HABE ICH DIR AUS SCHULDGEFÜHLEN,VOLLKOMMEN UNBEGRÜNDET SOVIEL ABGENOMMEN?
VERDAMMT NOCHMAL,DU KANNST MICH

ICH WILL NIEMALSNIEMALSNIEMALS SO WERDEN WIE DU!

17. März 2016

" Frau xXx, was ist los mit mir? Was passiert mit mir?"

Arbeit.
Ich weiß, das sollte man nicht mit nach Hause nehmen.

Ich hatte 40 min lang ein Gespräch mit dem Mädchen, welches mir eigentlich seit Anfang an Probleme macht. Schwierigkeiten mit Beziehungsaufbau, Vertrauen.. Generell hat sie sich meist eher gegen mich verschworen.

Es wird besser und schlechter und letztendlich sehe ich Fortschritte.

Aber momentan.. geht es ihr nicht gut und uns mit ihr nicht gut.

Sie verhält sich unerträglich und es geht so nicht weiter.

Sie liegt auf dem Bett und weint. Und weint und weint.
Und fragt mich, was mit ihr passiert. Wieso das passiert. Wieso es in ihrem Kopf so.. schwierig ist.

Es ist ein trauriger Moment, ein Moment, in dem ich selbst den Tränen nahe bin und ihr das auch so mitteile. Und es ernst meine. Und ihr bestätige, dass die Dosis der Medikation erhöht werden muss,
weil sie älter geworden ist und die Ruhe nicht mehr hat mit der alten Medikation.
Und dazu sage ich, wie beschissen sich das eigentlich anhört und...

Was ich eigentlich meine, ist, dass es nicht okay ist. Es ist nicht okay, dass ein 13 Jähriges Mädchen um die 10 Tabletten am Tag nehmen muss. Wegen ihrem Verhalten, wegen ihrer schlimmen Krankheit, wegen ihrem.. Leben.
Und gleichzeitig kann ich ihr nicht sagen, dass ich sie so sehr verstehe. So sehr verstehe, dass sich das Hirn anfühlt, wie Watte. Das sie nicht sie selbst ist, wenn sie Tabletten nimmt. Und nicht sie selbst ist, wenn sie keine nimmt. Das ich verstehe, dass sie ausbrechen will. Aus all dem Mist, aus all dem, was ihr geschehen ist. Das sie mit all den Konsequenzen vor einem Berg steht, den sie nicht abarbeiten kann. Das ich an ihrer Stelle auch so fühlen würde, wahrscheinlich abhauen würde, mich auch nicht benehmen würde, benehmen könnte.
Das alles kann ich nicht, weil ich sie nicht darin bestärken sollte, es weiterhin so zu tun.

Ich weiß, wie ich damals drauf war. Alle konnten mich mal, alles war egal und letztendlich..
Ja, was eigentlich? Ich habe schon die ganze Zeit darauf gewartet, ihr davon zu erzählen, wie sehr ich all das nachvollziehen kann. Das es einfacher ist, die Tür zu zu knallen, als zu reden. Das es einfacher ist, jemanden anzuschreien, statt zu sagen, dass man nicht mehr kann. Das es viel Mut braucht, sich einzugestehen, dass man erkennt, dass man so nicht weiter machen kann.

Aber dann sitze ich neben ihr, neben einem Geschöpf, welches ihr Leben noch vor sich hat.
Verbockt durch Eltern, die Drogenabhängig sind, die im Knast waren, die zum Teil keinen Kontakt haben dürfen und zum Teil wenige Möglichkeiten haben.
Und mir wird bewusst, dass es gar nichts bringen würde.
Es bringt nichts, meine Geschichte offen dar zu legen. Nicht ihr - nicht mir.

Denn sie ist ein Beispiel, welches niemals alleine klar kommen wird.
So wie ihre Schwester ebenfalls.
Sie ist das Beispiel, das uns im Einarbeitungskonzept dar gestellt wurde..

99% der Kinder, die wir hier betreuen, sind nicht in der Lage für sich selbst zu sorgen, sobald sie entlassen werden. 99% der Kinder, die hier sind... bekommen unsere Aufmerksamkeit, unsere Geborgenheit, unsere Struktur, unser best Möglichstes... Sie lernen viel. Aber sobald sie gehen, sind sie verloren.

Glauben will man sowas nicht. Und vielleicht stecken wir unsere Erwartungen dadurch auch niedriger.. Aber Tatsache ist, wenn ich mir die Gruppe von uns ansehe.. Gibt es nur eine, eine verdammt einzige, die ihr Leben schafft.

Ich wollte das alles irgendwie los werden, die Formulierung gefällt mir an vielen Stellen nicht.
Ich will die uns anvertrauten Kinder nicht verurteilen, zumal ich nach dem ein oder anderen Schicksal womöglich nicht mehr am Leben wäre... Weil ich es nicht könnte, wie sie es können.

Aber können sie es? Was ist, wenn sie ihr Leben lang Medikamente nehmen, die in erster Linie IHNEN helfen sollen und... ohne nicht mehr leben können?
Ist das richtig?

Ich hab Feierabend, ich ess jetzt etwas und.. denke erst wieder morgen dran. Morgen im Dienst.
 

8. März 2016

:)

Endlich entschieden, endlich ausgeführt.

Das Tattoo ist da, es fühlt sich an und sieht so aus, als wäre es immer da gewesen und das ist immer ein gutes Gefühl :)

1 Stunde anlegen, abwischen, anlegen, abwischen und drei Stunden Hautmalerei.
Als ich das Studio verließ, war es bereits viertel nach 7 und es schneite. Und das war irgendwie zum lächeln und zum glücklich sein.

Noch mehr Schattierungen + Nachstechen Ende März und es ist endlich vollbracht... Ich kann nicht glauben, dass ich so lange dafür gebraucht habe, aber es hat sich gelohnt. :)

Ich wurde schon ein paar Mal gefragt, ob ich ein Foto zeigen kann. Ich traue mich ehrlich gesagt nicht, da es sehr individuell ist und somit ein viel zu gutes Erkennungsmerkmal...

7. März 2016

Selbstgespräch im Bad, mit Blick in den Spiegel

Ich wusste, dass ich dich treffen würde.
Ich wollte es ja endlich, endlich, endlich.
Um zu sehen, wie ich reagiere, wie du reagierst.
Es war geplant.
Und selbst für den Fall, dass ich mich an meinem Geburtstag selbst zerstören würde,
so wüsste ich wenigstens, woran ich bin.
Jetzt,
im verdammten Jahr 2016.

Vor 8 Jahren lernte ich dich kennen.
Vor 6 Jahren war ich glücklich.
Und vor 5 Jahren begann der Alptraum.

Ich habe seit September nichts von dir gehört.
Nur über andere und diese habe ich aus meinem Leben verbannt,
damit es nicht mehr geschieht.

Dann fand ich heraus, dass du auf einer Feier bist.
Einer Feier, die perfekt wäre zum reinfeiern in meinen Geburtstag.
Und ich ging hin.
Ganz unauffällig, als würde ich keine Ahnung haben.

Weißt du, ich habe dich sofort gesehen.
Dich sofort erkannt.
Und es tat weh.
Ich hatte oft überlegt, auf die Toilette zu gehen und eine Attacke zuzulassen.

Ich hätte kotzen, weinen, schreien können.
Jedem erzählen, wie schlimm es ist.
Doch war ich nicht sicher, ob es mein echtes Empfinden war oder nur das, womit ich gerechnet hatte und es ja nun eintreffen MUSSTE.

Du warst unter Drogen,
jedes Mal ein angespannter Gesichtsausdruck,
wenn du an mir vorbei liefst.

Immer wieder schwankte ich zwischen Ekel und...
Gefühl von Einsamkeit? Zuneigung? Vermissen?

Als mich (M) heim gefahren hat und ich kurz nach 4 Uhr in der Früh halbnackt im Bad stand..
Mich im Spiegel ansah und bemerkte, wie heftig ich am heulen war..

Fing ich an, mich fertig zu machen.
Ich schrie mich an, während ich mir in die Augen sah.

Ich analysierte den Abend und zählte auf, auf was ich mich eingelassen hatte.
Irgendwann fühlte es sich an, als würde ich einer Freundin zureden.

Irgendwann gegen halb 6 schlief ich ein...

Und als ich am 6. März erwachte und fest stellte, dass ich nun 23 bin..

Ging es mir gut.

(A), du fehlst nicht. Das, was wir zwischenzeitlich immer wieder hatten, das fehlt eventuell. 
Aber nicht du. Du warst nichts Besonderes mehr.
Nur ein Mensch, der irgendwie kleiner wirkte.. Auf Droge war und.. schon wieder das alte Leben angeschlagen hatte.

Du fehlst nicht, du tust mir nicht mal mehr Leid.
Es ist, als würde ich... ruhig zu mir und dir sprechen können.

Danke (A), dafür, dass du öffentlich zugesagt hattest und ich somit die Chance hatte dich zu sehen, mich damit zu konfrontieren und mich ein letztes Mal so aus zu heulen vor mir selbst,
die Realität endlich nach all der langen Zeit zu sehen...

Du bist irgendwo und ich bin irgendwo und es wird niemals wieder einen gemeinsamen Platz für uns geben. Und das wird endlich Zeit.

Jetzt muss ich nur noch irgendwie irgendwann daran arbeiten,
mich auf jemanden einzulassen, der nicht du ist.

Und immerhin ist es nun greifbar für mich, das Eingeständnis, dass ein Teil von mir dich niemals wegsperren kann und das sogar... okay ist.

Aber ich dich eben nicht mehr will.

3. März 2016

Aufzählung/ Schrägste 24 Stunden seit Langem

Gestern um 13:30 fuhr ich zur Arbeit. Wetter pfui, Laune irgendwie.. pfuipfui, aber gut.
Muss man durch.

Gegen 14:15 stehe ich an der Ampel direkt nach der Ausfahrt von der Autobahn. Es wird grün, ich gebe Gas, es brummt, es quietscht, ich sehe auf die Tankanzeige, während der Wagen laaaaangsam in die Gänge kommt und erschrecke : Die Tankanzeige geht runter und runter und runter und... FUCK, wenn ich JETZT liegen bleibe, FUCK FUCK FUCK... Aber er zieht, die Anzeige steigt ein wenig und bleibt direkt vor der roten Stelle stehen. Okay, atmen, alles gut. Kacke unpassend, aber gehste halt morgen nachm Frühdienst für 10 Euro tanken, dass das Liegen bleiben aufm Heimweg ja nicht in Frage kommt..

Also gerade noch so den Berg hoch, einbiegen, parken. Strömenden Regen ignorierend, laufe ich ins Haus. Oben angekommen zwei Kolleginnen, die natürlich sofort merken, dass irgendwas faul ist.

Mir ist zum heulen - aber gut, jetzt nicht. JETZT NICHT.
Die ältere geht irgendwann dem Tagesablauf nach, während mich (A) fragt, was denn los sei. "Nicht mein Tag", ist alles was ich raus bringe. Dann kommen Tränen. "Ich kann grad nicht, sonst heul ich noch..", entgegne ich, halb lachend, halb selbst verachtend. Ich stehe auf, gehe Richtung Kaffeemaschine, durchatmen, fangen.

"Denk an Freitag, da haben wir wieder Dienst zusammen! Und an den Montag, da hast du deinen Termin, darauf hast du dich doch gefreut!", versucht sie mich noch aufzubauen.

"Ja, ja... Ja", ich weiß nicht, ob das verzweifelt klang oder..
Ich fange an über die Arbeit zu sprechen, über die Aufgabenverteilung, bloß nicht denken.

Irgendwann hatte ich Lust auf eine Zigarette - ich wühle und suche und mir fällt auf : Ich habe die Kippen nicht eingepackt. Ich habe Nachtdienst und ich habe meine Kippen nicht eingepackt.
Gut, also stopfe ich mir Schokolade rein und denke mir  - ist ja auch okay. Werde nicht sterben.
Wenn man etwas nicht haben kann, will man es umso mehr - wer kennt das nicht?.. -.-

Donnerstagmorgen: Ich stehe um 5 Uhr auf, bin recht fit. Beim Zähne putzen fängt es an zu flimmern - Migräne, na danke. Also aufn Klodeckel setzen und Nacken massieren, Schmerztablette hinterher.

6 Uhr - die ersten wecken, 6:30 Uhr - den Rest wecken. Geschrei, Gekuschel... Die Minuten sind lang, wenn man extreme Kopfschmerzen hat.

Üblicher Wahnsinn ist gegen kurz nach 8 vorbei - alle in der Schule. Noch Sachen vorbereiten, Adresse vom Arzt raussuchen, kurz beim Team dabei sein und weiter gehts - mein Bezugskind von der Schule abholen. Mittlerweile ist es also 10 Uhr, ich sitze im Dienstauto, das Kind angeschnallt hinter mir. Mein Navi hängt. Und hängt. Und hängt. Yey, okay. Keine Ahnung, wo es lang geht. Aber wird schon, muss ja. Auto starten - Tank fast leer. OKAY, wird schon. Wird schon reichen, ich habe jetzt keine Zeit tanken zu gehen... In dem Moment wäre ich am liebsten ausgestiegen, weggerannt, alles raus geschrien...

Wir fahren los, sind irgendwann in der jeweiligen Stadt und ich verlasse mich auf mein inneres Bauchgefühl. Interessant, wie richtig es liegt, wenn man sich nur darauf einlässt. Als würde ich mich auskennen, fahre ich einen Parkplatz an, steige aus und laufe mit dem Kind in die Richtung der Ärztin. Dann stehen wir da, Haus 50 und Haus 48. Suche Haus 49, aber nirgends zu sehen.
Fühle mich verarscht, zum Glück war da jemand, den ich fragen konnte. Also nochmal 10 min weiter gerade aus, macht keinen Sinn, aber gut. 11 Uhr Termin, wir sind pünkltich.

Das Gespräch verlief so, wie ich es mir gewünscht hatte. Die Ärztin auf meiner Seite, Bezugskind glücklich, Mutter beruhigt. Um 12:20 Uhr fahren wir wieder los, zügig denke ich mir, wobei das dem Tank auch nicht viel bringt... Aber volles Risiko, ich bin so müde.

Auf der Rückfahrt frage ich mehrmals, obs dem Kind gut geht, er ist so still, ich suche im Radio Musik raus, die er mag und mache lauter, er summt mit. Alles gut.

Punkt 13 Uhr sind wir zurück auf der Gruppe, es erscheint unwirklich, immer noch im Dienst zu sein. Ich entlasse meinen Lieben aus dem Auto, trage noch die Fahrtzeit ein, laufe ins Haus, um die Unterlagen unter zu bringen. Verabschiede mich, laufe zum Auto, da fällt mir auf, mein Rucksack ist immer noch im Haus. Also zurück, Treppen auf ein Neues, schnell den Rucksack geschnappt, rase ich zum Auto. Als ich mich reinsetze, erschlägt mich ein Gedanke... Es ist 13:15 Uhr, ich bin seit 5 wach, es geht mir miserabel und ich muss JETZT NOCH einige Liter tanken, um nicht liegen zu bleiben... Kurz bekomme ich einen dicken Kopf, atme durch. Starte den Motor und riskiere es. Fahre einfach Richtung zu Hause. Der Tank fängt sich wieder, das Auto kriegt sich wieder ein, ich weiß es. Ich habe noch genug Füllung bis nach Hause, die Anzeige spinnt, mehr nicht, mach dich nicht verrückt.

Ich fahre los, fahre zügig. Als ich die Autobahn erreiche, merke ich, wie die Anzeige steigt. Tatsächlich steht der Zeiger irgendwann dort, wo er immer steht, wenn ich die dritte Hin und Rückfahrt nach einer vollen Tankfüllung antrete. Du Miststück denke ich mir. Mir so einen Schrecken einzujagen. Zum Glück richtig entschieden und nicht noch den Abstecher in anderer Richtung bei der Tanke gemacht. In xx angekommen fahre ich direkt zur Tankstelle, mein äußeres Ich spiegelt sich in der Tanksäule, während ich tanke. Ich kann kaum hinsehen, zerzaust, verwirrt, müde, fertig, traurig.

Ich bezahle, nehme noch eine Packung Kippen mit, steige ein und fahre heim. 
Angekommen bin ich.. Durcheinander? Leer? 

14 Uhr und ich bin zu Hause. 24 Std im Dauerdienst, Samstag hab ich Urlaub...