Ich saß nicht oft in diesem Wartezimmer.
Warte - Zimmer.
Das Warten für's weitere Abwarten mit vielen Anderen in einem Raum.
"Frau xXx?"
Ich stehe auf, stolpere beinahe über meine eigenen Füße, der Arzt scheint mich mit einem Blick von oben nach unten abzuscannen, gibt mir die Hand und ich folge ihm in das Behandlungszimmer.
Seltsam, ich hatte vergessen, wie es aussieht. Seit ich ausgezogen bin, ist er mein Ansprechpartner geworden, aber auch nur, weil es ein Fußweg von 5 Minuten ist und mein damaliger Hausarzt nervig und außerdem eine halbe Stunde Bahnfahrt entfernt ist.
"Nehmen Sie Platz. Was kann ich für Sie tun?"
Komm schon, das haben wir doch geübt.
"Also.. ähm. Ich weiß nicht genau, wo ich anfangen soll. Ich habe noch nie vorher solch ein Gespräch geführt." Er nickt und wirkt so, als müsste ich eigentlich nicht mehr weiter reden. Aber ich tue es trotzdem.
"Also mir.. geht es nicht so gut in letzter Zeit... in den letzten Wochen."
"Körperlich? Seelisch?"
"Psychisch."
"Mhm. Haben Sie das Gefühl, dass sich dieser Zustand verändern ließe? Kommt das von der Arbeit? Privat? Sie sind doch Erzieherin oder? Grundschule war's?"
"Ja, also.. Seit neustem im Heim. Ja. Eher Privat und das überträgt sich auf die Arbeit. Und ich mache Fehler und bin nicht ganz da und dadurch mache ich noch mehr Fehler und mir ist einfach... alles zuviel."
Er dreht sich zum Pc, schreibt in roten Buchstaben psychische Belastung auf und ich starre ungläubig auf den Bildschirm.
"Ich glaube, ich brauche einfach eine Auszeit. Um meine Gedanken zu ordnen."
"An wie lange haben Sie gedacht? Sonntag? Oder lieber Mittwoch und Sie kommen wieder, sollte es nicht ausreichen?"
"Freitag. Eine Woche..."
"Okay. Dann nehmen Sie sich die Zeit bis Freitag. Wenn es nicht reicht, kommen Sie wieder vorbei. Wissen Sie, wenn es längerfristig nicht besser wird, wäre es eine Überlegung wert, einen Therapeuten auszusuchen."
"Ja, ich kann das nur nicht so... nach Außen."
"Aber das kann man erlernen. Wissen Sie, Menschen gehen zum Arzt, wenn sie erkältet sind, wenn sie Fußschmerzen haben und es ist ganz normal, darüber zu sprechen. Aber alles, was oben im Kopf passiert, darüber ist es schwer zu sprechen. Aber auch das Gehirn kann krank werden, so wie der Hals oder Bauch oder oder... Und auch da gibt es spezielle Ärzte. Stellen Sie sich vor, in den USA treffen sich Menschen auf der Straße und bei der Frage "Was machst du heute noch so?" "Kommt ohne Probleme die Antwort "Ach, ich geh zu meinem Therapeuten". Dabei hat unsere Stadt 3 Mal mehr Psychologen, als zum Beispiel New York. "
"Ja, mh. Ja."
"Also nehmen Sie das hier mit und geben Sie es vorne ab. Und lassen Sie sich den Gedanken mal durch den Kopf gehen. Und wie gesagt, kommen Sie wieder, wenn es nicht besser wird."
"Ja, danke. Vielen Dank. Tschüss."
Zu Hause angekommen hasse ich mich. Für jedes. einzelne. Wort.
Sage auf der Arbeit Bescheid und hasse. mich. für. jedes. einzelne. Wort.
Als ich die Meldung einscannen will, kommt mir die Diagnose verdächtig vor.
Google, Freund und Helfer.
Suizidalität ; Schwierigkeiten bei Bewältigung der aktuellen Lebenslage.
Stempel. Stempel. Stempel. Stempel.
Ich kann mein Leben bewältigen. Nur mich eben nicht. Ich bin nicht suizidal. Ich falle.
Ich kann da nie wieder hin. Verstehen Arbeitgeber diese Codes? Machen Sie sich die Mühe, diese zu googeln? Mir ist so übel von der ganzen Sache. Was hab ich nur getan. Wieso habe ich mich nicht einfach verkrochen. Sonst habe ich immer irgendwelche Krankheiten vorgetäuscht. Jetzt versuche ich die Wahrheit zu sagen, bekomme nicht mal ein Viertel von all dem raus, was in meinem Kopf steckt und habe nun offiziell diesen beschissenen Stempel.
Im Leben hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich meinen Mund einem Arzt gegenüber aufmache und sage, wie es mir geht. Im Leben nicht. Ich durfte auch nie nie nie nie. Ich habe mich verraten und ich fühl mich... gerade überhaupt nicht.
I feel numb inside , like I can't connect with any emotions at all , like I'm totally disconnected from myself..
Du hast kein Recht darauf zu verurteilen, auf welche Weise ich mich gerettet habe, nachdem du alles zerbrochen hast!
❤
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21. Oktober 2016
14. April 2015
5. Oktober 2014
Problem
Seit wenigen Tagen habe ich wieder diese wahnsinnig unauszuhaltenden Gefühle in mir..
Dieses Pochen im Kopf, diesen Wunsch zu explodieren und all das Gift aus mir heraus zu kriegen..
Es ist so ekelhaft sich so zu fühlen..
Schon so oft habe ich darüber geschrieben, schon so oft ein und die selben Gedanken gehabt..
Ich bin glücklich, ich bin zufrieden mit all dem,
was ich in meinem Leben erreicht habe bis heute und viel weiter..
Ich glaube, das versteht niemand.
Ich bin nicht unglücklich.
Ich brauche keine Therapie.
Ich muss mich auch nicht einweisen lassen! (Und du hast schon drei Mal keine Ahnung, was ich brauche du Stück Dreck!)
Es ist für mich selbst ja kaum zu verstehen..
Wenn ich tatsächlich zum Psycho gehen würde, damit ich dann irgendwann in nem halben Jahr irgendwelche Drogen verschrieben bekomme..
Ha! Die würden mir eventuell helfen,
aber ziemlich wahrscheinlich wird selbst der Psycho nichts wirklich diagnostizieren können!
So wie alle Ärzte!
Bauchschmerzen.. Ruhen sie sich aus, das wird schon nix sein.
Ständige Kopfschmerzen.. Mehr trinken, dann legt sich das.
Flimmern und Flackern vor den Augen mit anschließenden Todesschmerzen.. Die Augen einfach öfter entspannen, sonst wissen wir auch nichts.
Wenn ich auf solche Dinge keine Antwort kriege,
komme ich denen doch nicht mit Hyperventilation, Halluzinationen, dem Gefühl nicht real zu sein, den Selbstverletzungen und diesem verdammten, abgefuckten Gefühl aus mir ausbrechen zu wollen!
Und wenn ich diese Psychos ansehen würde,
während ich ihnen all das ins Gesicht kotzen würde, würde ich lächeln.
Und wahrscheinlich würde ich in jeder Sitzung sagen, dass es mir gut geht.
Denn es geht mir gut..
Dieses hin und her ist weniger geworden, um Einiges weniger.
Ich bin wirklich glücklich und ich habe den Drang, es beweisen zu müssen..
Jedes Mal, wenn ich mich so fühle, wie gerade jetzt.
Weil es einfach nicht geht, weil es einfach keine vernünftige Erklärung dafür gibt, wieso ich einfach aus dem Nichts heraus in Tränen ausbreche, mich einsperren will, anfange zu zittern und versuche meine Attacken zu verbergen, obwohl ich absolut gar nichts an meinem Leben auszusetzen hab!
Dieses Pochen im Kopf, diesen Wunsch zu explodieren und all das Gift aus mir heraus zu kriegen..
Es ist so ekelhaft sich so zu fühlen..
Schon so oft habe ich darüber geschrieben, schon so oft ein und die selben Gedanken gehabt..
Ich bin glücklich, ich bin zufrieden mit all dem,
was ich in meinem Leben erreicht habe bis heute und viel weiter..
Ich glaube, das versteht niemand.
Ich bin nicht unglücklich.
Ich brauche keine Therapie.
Ich muss mich auch nicht einweisen lassen! (Und du hast schon drei Mal keine Ahnung, was ich brauche du Stück Dreck!)
Es ist für mich selbst ja kaum zu verstehen..
Wenn ich tatsächlich zum Psycho gehen würde, damit ich dann irgendwann in nem halben Jahr irgendwelche Drogen verschrieben bekomme..
Ha! Die würden mir eventuell helfen,
aber ziemlich wahrscheinlich wird selbst der Psycho nichts wirklich diagnostizieren können!
So wie alle Ärzte!
Bauchschmerzen.. Ruhen sie sich aus, das wird schon nix sein.
Ständige Kopfschmerzen.. Mehr trinken, dann legt sich das.
Flimmern und Flackern vor den Augen mit anschließenden Todesschmerzen.. Die Augen einfach öfter entspannen, sonst wissen wir auch nichts.
Wenn ich auf solche Dinge keine Antwort kriege,
komme ich denen doch nicht mit Hyperventilation, Halluzinationen, dem Gefühl nicht real zu sein, den Selbstverletzungen und diesem verdammten, abgefuckten Gefühl aus mir ausbrechen zu wollen!
Und wenn ich diese Psychos ansehen würde,
während ich ihnen all das ins Gesicht kotzen würde, würde ich lächeln.
Und wahrscheinlich würde ich in jeder Sitzung sagen, dass es mir gut geht.
Denn es geht mir gut..
Dieses hin und her ist weniger geworden, um Einiges weniger.
Ich bin wirklich glücklich und ich habe den Drang, es beweisen zu müssen..
Jedes Mal, wenn ich mich so fühle, wie gerade jetzt.
Weil es einfach nicht geht, weil es einfach keine vernünftige Erklärung dafür gibt, wieso ich einfach aus dem Nichts heraus in Tränen ausbreche, mich einsperren will, anfange zu zittern und versuche meine Attacken zu verbergen, obwohl ich absolut gar nichts an meinem Leben auszusetzen hab!
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