Du hast kein Recht darauf zu verurteilen, auf welche Weise ich mich gerettet habe, nachdem du alles zerbrochen hast!

24. März 2015

Zugerichtet

Ich war wie in einem Nest gefangen.
Man hat mir Worte und Taten an den Kopf geworfen, solange, bis mein Selbstwertgefühl, mein Bewusstsein, mein Leben, meine Psyche am Nullpunkt war. Und als man verstand, wie ich geworden war, ließ man mich fallen. Man schubste mich aus dem Nest, ich fiel, ich kam auf und jedes Mal zerbrach ich immer mehr.
Es war wie eine ausgeartete Schlägerei.
Bei der man bereits am Boden liegt und es wird immer weiter und weiter auf dich eingetreten, solange, bis man sogar zu schwach war, ein Wimmern los zu lassen. Solange, bis man nicht mehr reagierte, der Körper, die Psyche eine einfache Hülle war. Und dann ließ man dich zurück, regungslos und man ging und sah sich nicht um. Und erst,als du dich nach Wochen,nach Monaten des Schmerzes versuchst aufzurichten, die Wunden begangen sich zu schließen, oberflächlich zu heilen.. Dann kam man wieder. Zwang dich wieder in die Knie, schlug mit Worten und Taten auf dich ein und riss die Wunden mit bloßen Händen wieder auf. Ohne Rücksicht. Und als du dann wieder so da lagst und wieder zu nichts mehr in der Lage warst, bemerkte man das Blut an den Händen und realisierte, was man getan hat. Aber man änderte nichts. Man ging, man ließ dich zurück - schon wieder und wartete, bis man erneut zuschlagen konnte.
Aber irgendwann können die Wunden nicht mehr heilen.
Irgendwann ist man so zugerichtet worden, dass man nicht mehr aufsteht. Man bleibt liegen, lässt es zu, zu verbluten, denn man hat gelernt, solange man liegen bleibt und sich nicht regt, kommt er nicht wieder. Solange man noch da liegt und stirbt, ist man nicht mehr weiter verwundbar.
Solange man noch da liegt und stirbt.. hört es auf..

3 Kommentare:

  1. Vielen Dank für dein wundervolles Kommentar. Es ist so schön zu sehen, dass meine Geschichte andere Menschen nicht kalt lässt, dass ihr sogar mit fühlt, wütend für mich seid. Vielen Dank.
    Es tut mir leid, dass du diese Abhängigkeit, diese Angst auch kennst. Wenn ich mich auf deinem Blog umsehe, werde ich auch traurig für dich.. es tut mir leid, dass du im Moment so wenig klar kommst, dass du dich dir selbst so fremd fühlst. Ich wünsche dir so sehr, dass du deinen Weg aus dem Gefühlschaos, aus der Dunkelheit heraus findest. Denn ich weiß, dass es diesen Weg gibt.. ich denke ich selbst habe ihn gefunden. Ich bin glücklich, ich lebe, ich habe mir mich und mein Leben zurück erkämpft. Manchmal kämpfe ich noch heute, aber dann wieder erleben ich Momente die mich wissen lassen, dass es jede Sekunde dieses Kampfes wert war. Dass es richtig war zu überleben.
    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute dieser Welt <3
    Lia

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  2. Liebe Pusteblume,
    Ich werde vermutlich niemals ganz nachvollziehen können, was du empfindest - so, wie kein Mensch jemals ganz nachempfinden kann, was ein anderer fühlt - aber ich glaube, ich kann wenigstens ein bisschen davon verstehen und nachfühlen.
    Du bist nicht schuld daran, dass jemand zu beschränkt, engstirnig, realitätsfremd, krank, was auch immer war, um das Blut an seinen Händen zu bemerken. Die Schuld trägt der Jemand, und er sollte nun am Boden liegen und alles nicht mehr aushalten können, aber so ist es leider oft nicht. Weißt du, ich habe auch Momente, in denen ich denke, dass Daliegen und Aufgeben und Sterben das Bestmögliche ist, weil es dann aufhört... und ich weiß auch nicht, was ich dir dazu sagen soll, weil so gefühlt die Hälfte meines Kopfes gerade nickt und sagt, dass das richtig ist, aber das glaube ich nicht. Auch wenn ich dir nicht sagen könnte, was und was warum besser wäre, aber ich glaube nicht, dass Sterben gut ist. Leben ist gut. Über-leben, denn die Tatsache, dass man immer wieder aufsteht, zeugt meiner Meinung nach von einer viel größeren Stärke als wenn jemand einen anderen zu Boden schlägt, kaum dass der auf die Beine gekommen ist...

    Ja, ich verstehe, was du meinst. Genauso war es bei mir auch. Auf der anderen Seite ist ein Therapeut so an sich kein "Freund", sondern eine Art Dienstleistung. Das ist sein Beruf und dafür wird er bezahlt... das kann man auch ganz rational sehen ;)

    Ja, wir haben's getan. Ich kann da gerade auch nicht viel zu sagen, das ist alles eher im Nebel verschwunden ^^' Mh und ja, die Bastarde sind weniger geworden, hauptsächlich, weil wir derzeit nicht alleine,s ondern bei meiner Mutter schlafen und so dieses Abend/Nachtding halt immer "gefährlich" bzw. bastardbelastet ist. Wenn sie da ist, geht das ganz gut :) Der Plan ist gerade aber, wieder alleine schlafen zu können :)
    Jaaaa, eine Runde im Kreis :DD

    Du auch <3 Alles alles alles Liebe dir und ein drückdrückdrück und ein Hütchen ^^ <3
    Achlys

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  3. Hallo Liebes,
    ich konnte einmal nicht auf diesen Blog zugreifen und habe daher nicht geantwortet. Und jetzt fehlt mir die Kraft.
    Aber ich danke dir, so sehr, dass du mir geschrieben hast und immer wieder schreibst.
    Du bist ein so wundervoller Mensch, ich bin dir dankbar, dass es dich gibt. Vergiss das nie.

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Schön, dass du da bist.. :)