Ich hatte Nachtbereitschaft von gestern auf heute und normalerweise schlafe ich auch nicht so fest auf der Arbeit, dass ich irgendetwas träumen könnte.
Aber dieses Mal..
Ich sehe ein Mädchen. Ich kenne sie nicht, aber sie ist hübsch, sie sieht traurig aus, hat dunkle, glatte Haare bis zu den Schultern. Der Raum sieht irgendwie aus, wie das Bad im Heim, in dem ich arbeite.
Und gleichzeitig sieht es aus, als wäre es die Toilette in einem heruntergekommenen Bahnhof. Mit gedämmtem, gelbem Licht und dreckigen Fliesen an den Wänden.
Ich sehe sie, wie sie zu aller Erst mit einem Mann spricht, der aussieht, wie unser Einrichtungsleiter.
Was dieser sagt, bekomme ich akkustisch kaum mit. Als er verschwindet, folgendes:
Das Mädchen steht vor dem Spiegel. Ich kann sie aus ihrer eigenen Perspektive im Spiegel sehen. Sehe mich also so gesehen selbst im Spiegel an, fühle ihre Gedanken und Gefühle und bin doch nicht sie. Und ich erschrecke und versuche nicht hin zu sehen und tue es doch wie sie..
Sich vor dem Spiegel auszieht, während ihr Tränen über die Wangen laufen. Sie dreht sich hin und her und ich höre, wie sie sich so sehr danach sehnt, jemand anderes zu sein. Nicht sie selbst. Wie schlimm, wie abartig, wie hässlich sie sich findet und fühlt. Sie dreht sich seitlich zum Spiegel, nimmt ein scharfes Messer und schneidet unterhalb der Schulter schräg in ihren Arm. Ich komme mir vor, wie in einem Film. Ich erahne, was sie tun will. Weil ich es mir denke oder weil ich weiß, was sie denkt? Ich weiß es nicht.
Sie verzieht keine Miene. Legt das Messer weg. Starrt in den Spiegel und packt mit ihrer Hand in den Schnitt ihres Armes. Reisst in einem Ruck daran und der Arm ist ab. Man sieht den Knochen noch heraus stehen. In ihrem Gesicht erscheint ein leichtes Lächeln, während sie den abgetrennten Arm beiseite legt. Dann dreht sie sich in alle Richtungen, bekundet sich im Spiegel. Ich fühle, wie sie sich besser fühlt.
Sie nimmt eine Scheere, hält sie auf eine unmögliche Art und Weise mit ihrem Knochen fest und versucht sich die Haare zu schneiden. Kreuz und quer. In diesem Augenblick verwandelt sich ihr Kopf wie in Zeitlupe langsam in einen Puppenkopf. Einen Puppenkopf aus Porzellan.
Plötzlich verheddert sich die Scheere. Mit ihrem Armknochen scheint sie die Scheere nicht mehr richtig steuern zu können, sodass ihr Kopf auf einmal anfängt zu wackeln. Gefährlich zu wackeln und ich bekomme Angst. Angst dass... er fällt. Und er fällt, er zerschmettert vor ihren Füßen auf dem Boden und ich sehe nur noch die Splitter und kann nicht begreifen.
Der Einrichtungsleiter kommt zurück. Er erschrickt, nimmt sie aber sofort in den Arm und tröstet sie. Ich sehe nicht, in wie weit sie okay ist. Es ist, als stünde ich klitzeklein zwischen den beiden, während sie sich im Arm liegen. Ich fühle, dass sie weint. Es schmerzt und ich verstehe nichts.
05.15 Uhr - mein Wecker klingelt und ich springe auf. Mir ist sofort klar, dass in meinem Kopf gerade eindeutig etwas schief gelaufen ist.
Und ich bekomme einfach dieses Bild nicht aus dem Kopf, wie sie da steht, sich/mich/was auch immer im Spiegel ansieht und ihren Arm abschneidet/abreisst und dabei so etwas wie Erleichterung spürt.
was für ein krasser traum. O.O
AntwortenLöschenMeine liebe Pusteblume,
AntwortenLöschendas ist so krass, so schrecklich, dass ich richtig gezittert habe beim Lesen... ich hätte dich nach diesem furchtbaren Traum am liebsten ganz fest in die Arme genommen und gedrückt, damit du dich im Hier und Jetzt gehalten fühlst...
So bleibt mir nur, dir zu versichern, dass ich dich immer immer lese und du zumindest virtuell nicht allein bist sowie dir eine Umarmung aus der Ferne zu schicken. Aber glaub mir, ich lege alle Kraft hinein, die ich habe <3
Anna.
Nichts zu danken :)
AntwortenLöschenIch kann eigentlich nicht klagen, denn gerade komme ich recht gut zurecht. Und wie geht es dir?
Ich schicke dir eine Umarmung zurück und denke an dich ♡
:(
AntwortenLöschenDer Traum ist in der Tat ziemlich gruselig -.-