Du hast kein Recht darauf zu verurteilen, auf welche Weise ich mich gerettet habe, nachdem du alles zerbrochen hast!

18. Oktober 2018

Ich halte mich fest an all dem,
was mir je wichtig war.

All meine persönlichen Grenzen, all meine Gedanken.

Es ist so typisch zu schreiben,
dass man nicht schreiben kann.

Es ist so typisch zu schreiben,
dass man nicht weiß, wo man anfangen soll.

Es ist auch typisch zu schreiben,
dass es einem doch eigentlich gut geht.
Dass man doch alles hat, was man will und immer wollte.

Typisch für mich.

Denn trotz der neuen Wohnung, die so wunderschön ist und passt.
Denn trotz der Beziehung, die nun schon konstant länger hält,
als alles, was ich bisher je einen sozialen Kontakt nennen konnte...

Reicht an manchen Tagen nicht mehr aus.

Nicht, dass ich etwas anderes will, als das, was ich habe.
Nicht, dass meine Gefühle sich ändern - sie wachsen von Tag zu Tag und das ist schön.

Aber dieses "Etwas" in mir, wovor ich schon immer Angst hatte...
Ist einfach immer noch da.

Ich hatte eine Therapeutin angeschrieben - letztlich hatte sie mich mit ihren Worten irgendwie gefangen in meinen eigenen Gedanken, als ich mir ihre BEschreibung durch gelesen habe.

Und trotzdem, auch wenn sie es sicher nett meinte, mich an ihren Kollegen weiter zu verweisen, weil sie sehr lange Wartezeiten hat, hat es mir irgendwie einen Stich versetzt.
Das war vor ca. 3 oder 4 Monaten. Und ich habe ihr daraufhin nie mehr geantwortet.

Sie wird sich kaum Gedanken gemacht haben, es ist ihr Job.
Aber ich... War in meinem "mutigen Schritt" gebremst - zurück geschleudert und auf den Boden der Tatsachen zurück geworfen worden.

Ich kann nicht erwarten, irgendwo anzurufen oder eine Mail zu schicken und sofort Besserung zu fühlen. Nicht ich.

Ich fühle mich verraten durch mich selbst. Betrogen, hintergangen.
Dass ich mich habe leiten lassen von dem Gefühl,
es dieses Mal nicht alleine zu schaffen und jemandem alles anzuvertrauen.

Ich weiß, dass ich es tun sollte.
Immerhin bin ich nicht dumm - so weiß ich auch,
dass all das seine Zeit brauchen würde.

Mühe und Kraft kosten würde und eventuell sogar Medikamente.

Aber stattdessen unterdrücke ich es lieber.
Ertrage mich selbst, bis es eben nicht mehr geht.
Und dann heule ich die ganze Scheiße aus.

Meine Grenzen sind noch lange nicht völlig ausgereizt,
das habe ich erst letzte Woche spüren müssen.
Einmal - nur einmal die Kontrolle verlieren, nicht darauf bedacht sein,
auf sich selbst zu achten, aufzupassen...
Nur ein fucking Mal fließen lassen, zu lassen...

Und man landet nachts im Krankenhaus - wird gefragt, ob man Substanzen zu sich nimmt.
Und da sitzt man dann - beschämt, weil man mit einfachen, gesellschaftlich tollerierten Dingen auf einmal nicht mehr umgehen kann.
Und von einem fast schon erwartet wird, dass man viel "krasser" ist,
als man tatsächlich ist.

Aber ich - ich habs nur psychisch. Ich nehme nichts zu mir. Wie scheiß langweilig.

Ich frage mich, wann ich meinen nächsten Absturz mit meiner Psyche haben werde.
Der letzte ist schon eine ganze Weile her.

Mir fehlen Freunde. Hab ich nicht gesagt.

Es geht bekanntlich immer schlimmer.
Und bekanntlich wird es auch immer irgendwann wieder ein Stückchen besser.
Oder anders.

Nur irgendwie... Mag ich nicht wirklich noch einsamer werden.
Außer, ich stabiliser mich wieder.

Nur in meinem Fall heißt die Art von Stabilität, die ich bevorzuge Zerstörung.
Und zwar meiner Wenigkeit.

Und in einer Beziehung darf ich all das nicht, kann ich all das nicht.
Und will es auch nicht.

Ich frage mich, ob ich jemals aufhören werde, mir zu widersprechen....  

1 Kommentar:

  1. Vielleicht sollten wir unser (eigentlich ja) Gutgehen nicht von äußeren Umständen wie einer Wohnung oder einer Beziehung festmachen, an diesen scheinbaren Kriterien, die jedem Außenstehenden zeigen, ich mach es richtig, ich passe, mir geht es gut. Vielleicht sollten wir aufhören, unser Wohlbefinden von äußeren Umständen abhängig zu machen, weil das, was unsere Stimmung bestimmt, IN uns ist.

    Ich kenne solche Einsamkeitsgefühle gut. Wenn du willst, falls es hilft, können wir uns gerne austauschen. Die elfentrauma@web.de hat immer einen offenen Posteingang. <3

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Schön, dass du da bist.. :)