Du hast kein Recht darauf zu verurteilen, auf welche Weise ich mich gerettet habe, nachdem du alles zerbrochen hast!

3. März 2016

Aufzählung/ Schrägste 24 Stunden seit Langem

Gestern um 13:30 fuhr ich zur Arbeit. Wetter pfui, Laune irgendwie.. pfuipfui, aber gut.
Muss man durch.

Gegen 14:15 stehe ich an der Ampel direkt nach der Ausfahrt von der Autobahn. Es wird grün, ich gebe Gas, es brummt, es quietscht, ich sehe auf die Tankanzeige, während der Wagen laaaaangsam in die Gänge kommt und erschrecke : Die Tankanzeige geht runter und runter und runter und... FUCK, wenn ich JETZT liegen bleibe, FUCK FUCK FUCK... Aber er zieht, die Anzeige steigt ein wenig und bleibt direkt vor der roten Stelle stehen. Okay, atmen, alles gut. Kacke unpassend, aber gehste halt morgen nachm Frühdienst für 10 Euro tanken, dass das Liegen bleiben aufm Heimweg ja nicht in Frage kommt..

Also gerade noch so den Berg hoch, einbiegen, parken. Strömenden Regen ignorierend, laufe ich ins Haus. Oben angekommen zwei Kolleginnen, die natürlich sofort merken, dass irgendwas faul ist.

Mir ist zum heulen - aber gut, jetzt nicht. JETZT NICHT.
Die ältere geht irgendwann dem Tagesablauf nach, während mich (A) fragt, was denn los sei. "Nicht mein Tag", ist alles was ich raus bringe. Dann kommen Tränen. "Ich kann grad nicht, sonst heul ich noch..", entgegne ich, halb lachend, halb selbst verachtend. Ich stehe auf, gehe Richtung Kaffeemaschine, durchatmen, fangen.

"Denk an Freitag, da haben wir wieder Dienst zusammen! Und an den Montag, da hast du deinen Termin, darauf hast du dich doch gefreut!", versucht sie mich noch aufzubauen.

"Ja, ja... Ja", ich weiß nicht, ob das verzweifelt klang oder..
Ich fange an über die Arbeit zu sprechen, über die Aufgabenverteilung, bloß nicht denken.

Irgendwann hatte ich Lust auf eine Zigarette - ich wühle und suche und mir fällt auf : Ich habe die Kippen nicht eingepackt. Ich habe Nachtdienst und ich habe meine Kippen nicht eingepackt.
Gut, also stopfe ich mir Schokolade rein und denke mir  - ist ja auch okay. Werde nicht sterben.
Wenn man etwas nicht haben kann, will man es umso mehr - wer kennt das nicht?.. -.-

Donnerstagmorgen: Ich stehe um 5 Uhr auf, bin recht fit. Beim Zähne putzen fängt es an zu flimmern - Migräne, na danke. Also aufn Klodeckel setzen und Nacken massieren, Schmerztablette hinterher.

6 Uhr - die ersten wecken, 6:30 Uhr - den Rest wecken. Geschrei, Gekuschel... Die Minuten sind lang, wenn man extreme Kopfschmerzen hat.

Üblicher Wahnsinn ist gegen kurz nach 8 vorbei - alle in der Schule. Noch Sachen vorbereiten, Adresse vom Arzt raussuchen, kurz beim Team dabei sein und weiter gehts - mein Bezugskind von der Schule abholen. Mittlerweile ist es also 10 Uhr, ich sitze im Dienstauto, das Kind angeschnallt hinter mir. Mein Navi hängt. Und hängt. Und hängt. Yey, okay. Keine Ahnung, wo es lang geht. Aber wird schon, muss ja. Auto starten - Tank fast leer. OKAY, wird schon. Wird schon reichen, ich habe jetzt keine Zeit tanken zu gehen... In dem Moment wäre ich am liebsten ausgestiegen, weggerannt, alles raus geschrien...

Wir fahren los, sind irgendwann in der jeweiligen Stadt und ich verlasse mich auf mein inneres Bauchgefühl. Interessant, wie richtig es liegt, wenn man sich nur darauf einlässt. Als würde ich mich auskennen, fahre ich einen Parkplatz an, steige aus und laufe mit dem Kind in die Richtung der Ärztin. Dann stehen wir da, Haus 50 und Haus 48. Suche Haus 49, aber nirgends zu sehen.
Fühle mich verarscht, zum Glück war da jemand, den ich fragen konnte. Also nochmal 10 min weiter gerade aus, macht keinen Sinn, aber gut. 11 Uhr Termin, wir sind pünkltich.

Das Gespräch verlief so, wie ich es mir gewünscht hatte. Die Ärztin auf meiner Seite, Bezugskind glücklich, Mutter beruhigt. Um 12:20 Uhr fahren wir wieder los, zügig denke ich mir, wobei das dem Tank auch nicht viel bringt... Aber volles Risiko, ich bin so müde.

Auf der Rückfahrt frage ich mehrmals, obs dem Kind gut geht, er ist so still, ich suche im Radio Musik raus, die er mag und mache lauter, er summt mit. Alles gut.

Punkt 13 Uhr sind wir zurück auf der Gruppe, es erscheint unwirklich, immer noch im Dienst zu sein. Ich entlasse meinen Lieben aus dem Auto, trage noch die Fahrtzeit ein, laufe ins Haus, um die Unterlagen unter zu bringen. Verabschiede mich, laufe zum Auto, da fällt mir auf, mein Rucksack ist immer noch im Haus. Also zurück, Treppen auf ein Neues, schnell den Rucksack geschnappt, rase ich zum Auto. Als ich mich reinsetze, erschlägt mich ein Gedanke... Es ist 13:15 Uhr, ich bin seit 5 wach, es geht mir miserabel und ich muss JETZT NOCH einige Liter tanken, um nicht liegen zu bleiben... Kurz bekomme ich einen dicken Kopf, atme durch. Starte den Motor und riskiere es. Fahre einfach Richtung zu Hause. Der Tank fängt sich wieder, das Auto kriegt sich wieder ein, ich weiß es. Ich habe noch genug Füllung bis nach Hause, die Anzeige spinnt, mehr nicht, mach dich nicht verrückt.

Ich fahre los, fahre zügig. Als ich die Autobahn erreiche, merke ich, wie die Anzeige steigt. Tatsächlich steht der Zeiger irgendwann dort, wo er immer steht, wenn ich die dritte Hin und Rückfahrt nach einer vollen Tankfüllung antrete. Du Miststück denke ich mir. Mir so einen Schrecken einzujagen. Zum Glück richtig entschieden und nicht noch den Abstecher in anderer Richtung bei der Tanke gemacht. In xx angekommen fahre ich direkt zur Tankstelle, mein äußeres Ich spiegelt sich in der Tanksäule, während ich tanke. Ich kann kaum hinsehen, zerzaust, verwirrt, müde, fertig, traurig.

Ich bezahle, nehme noch eine Packung Kippen mit, steige ein und fahre heim. 
Angekommen bin ich.. Durcheinander? Leer? 

14 Uhr und ich bin zu Hause. 24 Std im Dauerdienst, Samstag hab ich Urlaub...  

2 Kommentare:

  1. Uiuiui, klingt nach 24 sehr anstrengenden Stunden! Warum hast du denn so lange am Stück Dienst? ...und sag mir nochmal, wo du arbeitest, hab ich irgendwie vergessen. *verlegen guck*
    Hoffe, du kannst dich Samstag etwas erholen!
    Pass auf dich auf ♥

    AntwortenLöschen
  2. Oh man, was ist das denn für ein Scheiß...
    Aber ohh, ich will später auch in einem Heim arbeiten, wenn ich dann mal endlich meine Ausbildung fertig hab.^^ :)
    Mir geht's soweit okay. Ab heute ist es endlich geklärt, dass ich die Wochen, die ich noch nachholen muss vom Praktikum nicht in der Kita nachholen muss, sondern in 'ne andere Einrichtung gehen kann. Das hat mich echt erleichtert. :)
    Wünsche dir eine gute Nacht. ♥

    AntwortenLöschen

Schön, dass du da bist.. :)